Auf unserem Weg durch die endlosen Kuhweiden, die die größte Landfläche in den Provinzen Buenos Ires und Entre Rios ausmachen wurde es schon einigemal sehr eng zwischen LKW Stossstange und Fahrrad. Mitten im Nirgendwo verreckten uns 3 Speichen an Sevis Bock und die Felge sah auch dementsprchend aus.
Blöderweise kein Spezialwerkzeug dabei, also gings per Anhalter weiter nach San Jaime zur naechsten Bisikleteria . In San Jaime blieben wir 15 tage lang und freundeten uns sehr mit der Familie der Bisikleteria an mit der wir auch Weinachten, Silvester und 2 Geburtstage feierten. Ansonsten gingen wir in die Disco, waren 2 mal im Radio, aßen viel Asado (Barbecue auf Süd-Amerikanisch) und Orangen direkt vom Baum!!!
Mit der Zeit kannte uns das ganze Dorf, denn wir lebten auf dem Sportplatz im Geräteschuppen mit einem anderen Reisenden (Gustavo). Wir verbrachten viele Nächte zusammen mit Gustavo und Hektor, der Nachtwache, der ein sehr guter Freund von uns wurde.
Die einzige negative Sache die uns in San Jaime widerfahren ist, war das Gustavo uns eines Nachts die Fotokammeras klaute und sich ab und davon machte.
Zum Abschied machten wir für 15 Personen Linsen mit Spätzle was leider ein bischen in die Hose ging weil wir für die Butterschmälze keine Butter nahmen sondern Fett das irgendwie nicht so gut korrespondierte.
Nächster längerer Stop war in Curzu Cyudat wo wir 2 Tage lang bei einem Freund der Bisikleteria wohnten die das wahrscheinlich luxoriöseste Haus besaßen das uns in Südamerika begegnen würde. Elias, der Besitzer des Hauses, organisierte uns einen LKW der uns bis nach Mercedes bringen würde. Wir nahmen dankend an, denn in Mercedes war zur Zeit ein Fest (Gaucho gil) das mehr als 300.000 Leute besuchten und deshalb sehr viel Verkehr auf den Straßen war.
Ab vom Asphalt und rein ins Gemüse, die bis jetzt schlimmste Piste. Nur kriechend kamen wir voran und am zweiten Tag wieder Speichenbruch. Weiter gings mit dem Geländewagen bis nach Carlos Pellegrini an der Labuna Ibera wo wir 3 Tage auf einem Campingplatz und 3 Tage bei einer Familie lebten, weil uns das Geld ausgegangen war. Einzigartige Natur verschiedenste Vogelarten und Angelspaß pur, wobei man aufpassen musste das einem die Krokodile nicht die Fische vom Haken bissen. Wir schafften es sogar ein ganzes Dorf lahm zu legen, indem wir uns bei unserer Gastfamilie als Elektriker versuchten und ein Lichtschalter reparierten, dabei sind wir wir auf das Flickwerk des Vorgängers gestoßen, doch nach einer Stunde floss der Strom wieder.

In Carlos Pelligrini kreuzten sich unsere Wege. Ein Reisender aus Argentinien der auf dem Weg nach Süden war...
Nächstes Ziel war Garlaca wo wir der Umweltorganisation CLT eine Woche halfen den Lebensraum der vom Aussterben bedrohten Venados (Hirschart) zu retten. Doch zwischen Carlos Pellegrini und Garlaca lagen 70 km Sandpiste die uns abschnittsweise das Leben zur Qual machte. Leider kann man selbst mit aller Kraft der Welt Sand keine Schmerzen zufügen und die aggressiven Ausbrüche von Chrissi wurden höchstens von den Wakas (Kühe) wahrgenommen.
Geschrieben von: idler

















