Juhu, wir haben endlich “Neuland” unter den Raedern. Wir konnten es die letzten Tage kaum noch erwarten die Grenze zu passieren. Es war wie in einem Gameboyspiel, ein Level aufsteigen, eine hoehere Schwierigkeitsstufe zu erreichen. Die Verkehrsschilder aendern sich in Schrift und Aussage. Der Mensch der von uns nach dem Weg gefragt wird, der hier uebrigens sehr hilfsbereit ist, antwortet auf Englisch oder auf abgespecktem Deutsch mit hollaendischem Akzent. Man ist wieder ein Stueck weiter weg von der Heimat und fuehlt sich dabei ebenfalls ein Stueck motivierter, mit den neuen Gegebenheiten klar zu kommen.
Als wir an diesem herrlichen Stueckchen Natur vorbeifuhren und die “Wasserbueffel” durch das Sumpfgras streifen sahen, dachten wir beide an Kanada. Die Wasservielfalt hier scheint oftmals grenzenlos zu sein.
Die Natur macht es uns in letzter Zeit nicht gerade leicht. Mit immer dichter werdenden Nebelgeschwueren versucht sie, ihre Feuchtigkeit in den letzten Winkel des Zeltes zu transportieren. Diese versteht sich bestens mit der gleichzeit vorherrschende Kaelte der Nacht. Als Team kaempfen sie mit Vorliebe gegen die Saeugetiere im Innenzelt. Mit den im Vordergrund ansaessigen Spinnen haben wir uns mittlerweile auch schon arrangiert. Wir zerstoeren ihre Netze und verscheuchen sie von ihrem Platz. Sie krabbeln anschliessend auf unsere Fahrraeder und spinnen dort ihre Netze und Fallen.
Wir muessen zugeben, wir haben uns lange auf die endlos flache Landschaft der Niederlande gefreut. Die Erfahrung zeigte jedoch, dass Kurven oder ein leichter Hoehenmeterwechsel auch diverse Anreize haben. Die schnurgeraden Strassen schlaefern uns Brummifahrer ein! Dazu kommt die hilflose Stellung eines Fahrradfahrers, der ohne jeden Windschutz entlang der Strecke, Richtung Westen faehrt, dem Wind entgegen.
Das Wetter verhielt sich aehnlich wie in Irland. Auf Sonne folgte Regen und auf Regen folgte Sonne und auf…..
Ein Boot gehoert zur Grundausstattung eines jeden Hollaenders!
Eines der auffallendsten Dinge in Holland waren die durchgehend perfekt gepflegten Gaerten. Ueberall wurden skurielste Figuren aus den grosszuegig gepflanzten Buchsbaumhecken geschnitzt, sowie der englischste Rasen aus den Grashaelmen gemaeht. Langsam stellt sich die Frage, ob die Englaender nicht den Rasen von den Hollaendern gemopst haben.
Diese etwas andere Form von Muelleimer kann man an Rad-/Fusswegen finden. Die Gestaltung des Muelleimers moechte wahrscheinlich den Spieltrieb im Menschen treffen und ihn dazu bringen, den Muell mit Spass in die dafuer vorgesehene Fangvorrichtung zu werfen. Die andere Moeglichkeit bestuende darin, ein Minigolfbetreiber moechte Schleichwerbung betreiben und erinnert mit der Muelleimerform an die Bahn 14.
Dieses kleine miese Arschloch meinte bei Severin ungefragt an der warmen Oberhaut des linken Schenkels schnabulieren zu duerfen. Doch eine kleine dafuer vorgesehene Zange befoerderte das Bohrwerkzeug der Zecke durch 3 nach links gewandte Drehungen aus dem Grundstuecksbesitzer. Die Zecke fiel durch allerlei tragische Zufaelle auf einen Alkoholtupfer, welcher aus noch viel tragischeren Umstaenden Feuer fing. Wir konnten leider nichts mehr fuer sie tun. ;-(
Der Meereskontakt war unspektakulaerer als wir dachten. Eine durch den Wind aufgepeitschte Bruehe lag vor uns. Voellig abtoernend! Dazu kam, wir dachten eigentlich wir koennen eine Tagesetappe daran entlangfahren, aber der Radweg verlief nur stolze 400m am Meer entlang.
Interessant war jedoch der Segelmastenwald im Hafen.
An einem Fluss packten wir zum ersten mal auf dieser Tour unsere Angeln aus. Wir hatten nur ca. eine halbe Stunde Zeit, in welcher wir auch nichts fingen. Egal, das Gefuehl die Angel in der Hand zu halten, war einfach wieder wohltuend.
Dieses Taeubchen hat sich schon so an seinen Arbeitsplatz neben einem Vespertisch angepasst, dass die Plattenmusterung auf die Kopfpartie uebergegangen ist.
In Amsterdam blieben wir 3 Tage auf einem Campingplatz. Wir trafen uns 2 mal mit Sevis Bandkollegen Theo und schauten uns etwas die Stadt an. Uebrigens: Wer auf bisschen Nervenkitzel steht, sollte nachts die Metro als Verkehrsmittel benutzen. Man lernt allerhand interessante Menschen kennen!!!!!!!
Nach der deutlichen Ueberstrapazierung unseres Panzens, brauchten wir noch 2 Tage um uns zu erholen.
Der Schokopudding, der Sandkuchen und einige Butterkonzentratbrockenkeksteile zum Fruehstueck, verhalfen uns in eine baldige Unterzuckerung am Abreisetag. Wir mussten es jedoch alles essen, denn wir hatten weder Platz es zu verstauen, noch erlaubte die Haltbarkeit der Produkte, eine Verlegung des Schlachttermins.
Geschrieben von: idler




















