So endlich ist sie da, die neue Ausgabe des Reisejournals! An alle “Fanleser”: Tut uns Leid, dass ihr so lange warten musstet. Wir wurden Opfer von höherer Gewalt! Somit war es uns nicht möglich, euch früher mit Berichten zu versorgen. Unser Servicecenter arbeitet daran, dass zukünftige Komplikationen schneller bewältigt werden.
Wir verließen Bad Mergentheim und fuhren weiter entlang der Tauber. Es war ein herrlicher Radweg mit traumhafter Natur. Hier erlebten wir unsere erste Wildcampnacht. Ebenfalls wurde zum ersten mal mit dem neuen Benzinkocher gekocht, sowie festgestellt, dass wir ab sofort mit mehr System vorgehen müssen. Vorallem wenn es schon dämmert und das Nachtlager mit allem drum und dran aufzubauen ist.
In der Nacht wurde unser Basislager von einem Heer Wildschweinen heimgesucht. Das immer näher kommende Gegrunze und Gequieke brachte uns etwas aus der Fassung. Mit Taschenlampen und qualmenden Zigarillos, gewannen wir auch diesen Kampf.
Wir ließen die Tauber hinter uns und folgten die nächsten Tage dem Main. Der nächste Schlafplatz befand sich unter einer Brücke bei Miltenberg. Die Vorstellung unter einer Brücke zu schlafen erscheint für die meisten Menschen sicherlich skurril, doch es war bis dato die Nacht mit dem besten Schlaf. Man ist vor jedem Wetter geschützt und kann somit ganz lässig ohne Zelt pennen.
Wir sind bemüht jeglichen Ballast aus unseren Taschen zu entfernen
Schon bald mussten wir feststellen, dass wir doch etwas vergessen haben. Man glaubt es nicht, aber wir haben unser Essbesteck vergessen und zwar beide!! Aber Not macht ja erfinderisch.
Bis jetzt unsere dreisteste Campaktion, mitten im Stadtpark von Rüsselsheim. Der Ort liegt übrigens direkt in der Anflugsschneise des Frankfurter Flughafens. Wir verspürten tiefstes Mitleid mit den Anwohnern, da im 30sek. Takt Flugzeuge fast greifbar nahe, über unsere Köpfe hinwegdonnerten. Hiermit danke an den Hundebesitzer, der uns noch die Lammkottelets vorbeibrachte! Die ganze Nacht hindurch liefen Leute den an die Tische angrenzenden Weg entlang. Wir hielten die ganze Nacht ein Auge offen.
Die hochgepriesenen Schlafsäcke ließen uns in dieser Nacht im Stich. Als die Sonne aufging, tauten die Füße auf und wir konnten endlich schlafen. Doch dann klingelte schon der Wecker…
Wir testeten mit Freude das Fahren ohne Gepäck. Ab diesem Moment fragten wir uns, warum wir nur mit so viel scheiß Gepäck rumgurken.
Irgendwann musste es passieren. Der Main wurde vom Rhein gefressen und wir landeten in der Stadt Mainz. Hier gab es eindeutig zu viele Verliebte pro Quadratmeter. Die Liebe und Harmonie in dieser Stadt machte uns ganz verrückt, sodass wir alsbald flüchteten.
Geschrieben von: idler













